Was Markets löst
Vor der Einführung von Shopify Markets war der übliche Weg, für jedes Land einen eigenen Shop zu betreiben. Das bedeutete: Produkte doppelt pflegen, Bestände abgleichen, Inhalte dreifach aktualisieren. Wer das ein Jahr durchgehalten hat, kennt den Frust.
Markets bündelt Länder in Marktgruppen mit eigenen Preisen, Währungen, Sprachen, Domains und Steuereinstellungen – aus einem Shop heraus. Ein Produkt, einmal gepflegt, in drei Ländern verkauft.
Die Reihenfolge beim Einrichten
- Märkte festlegen: Für den DACH-Raum meist Deutschland und Österreich in einer Gruppe, die Schweiz separat, weil sie außerhalb der EU liegt.
- Preise entscheiden: Automatisch umrechnen oder eigene Preise pflegen. Wir empfehlen fast immer eigene Preise – umgerechnete Beträge wirken beliebig und passen selten zum Preisniveau vor Ort.
- Steuern klären: Welche Sätze gelten wo, ab wann musst du im Zielland abführen. Diese Frage beantwortet deine Steuerberatung, nicht deine Agentur.
- Versand kalkulieren: Realistische Kosten pro Land und Gewichtsklasse, inklusive der Frage, was ein Rückläufer kostet.
- Zahlarten je Markt: Was in Deutschland Standard ist, muss in Österreich oder der Schweiz nicht gewohnt sein.
Der Sonderfall Schweiz
Die Schweiz ist der Punkt, an dem die meisten Projekte stolpern. Es geht nicht um Sprache oder Währung – das ist schnell eingerichtet. Es geht um Einfuhrsteuer und Zoll.
Wer diese Abgaben nicht im Checkout ausweist, überlässt sie dem Zusteller. Der Kunde bekommt dann an der Haustür eine Rechnung, mit der er nicht gerechnet hat. Ein Teil dieser Pakete wird verweigert, und du zahlst den Rückversand plus die Abwicklung. Deutlich sinnvoller ist die verzollte Lieferung: Der Endpreis steht im Checkout, der Kunde bezahlt einmal, und an der Tür passiert nichts Überraschendes mehr.
Die drei Fehler, die wir am häufigsten sehen
- Automatische Umrechnung ohne Rundung. Preise wie 47,83 Franken sehen aus wie ein Versehen und untergraben das Vertrauen.
- Übersetzte Oberfläche, unübersetzte Nebenschauplätze. Der Shop ist auf Französisch, die Bestellbestätigung kommt auf Deutsch. Das fällt sofort auf.
- Versandkosten aus dem Bauch. Eine Pauschale, die für kleine Pakete zu hoch und für große zu niedrig ist – du verschenkst Bestellungen und zahlst bei den großen drauf.
Wann sich der zweite Shop trotzdem lohnt
Selten, aber es kommt vor: Wenn Sortiment, Marke oder Preisstruktur je Land grundverschieden sind, kann ein eigener Shop sauberer sein. Das ist dann aber eine geschäftliche Entscheidung, keine technische. Die Standardantwort im DACH-Raum lautet: ein Shop, mehrere Märkte.
Du verkaufst bereits ins Ausland und bist unsicher, ob die Einrichtung sauber ist? Wir schauen uns Preise, Steuern und Versandlogik an. Prüfung anfragen